Fungale Kolonisation bei Patienten mit Mukoviszidose

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/72446
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-724465
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-13857
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2016
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Hartl, Dominik (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2016-09-26
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Schlagworte: Mukoviszidose , Candida , Aspergillus
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Das Ziel dieser Arbeit lag darin, die Tübinger CF-Patienten in Bezug auf fungale Kolonisationen, speziell C. a. und A. f., zu untersuchen und den Einfluss dieser Pilze auf klinische Parameter einzuschätzen. Durch die Analyse von 128 an Mukoviszidose erkrankten Kindern über einen Zeitraum von zehn Jahren, konnten wir eine umfangreiche Datentabelle für unsere Analysen erstellen. Zu den eingeschlossenen klinischen Parametern gehörten neben der Mikrobiologie, die Lungenfunktion, der BMI, allergologische Testwerte sowie die medikamentöse Therapie der Patienten. Unsere Patientenkohorte umfasste 65 männliche und 63 weibliche Betroffene mit einem Durchschnittsalter von 14,5 Jahren. Aus den über 4000 einbezogenen Mikrobiologiebefunden war ersichtlich, dass C. a. mit 86,7 % der häufigste im Sputum- oder Pharyngealsekret nachgewiesene Pilz bei Patienten mit Mukoviszidose war, gefolgt von Candida Spezies, welche verglichen mit C. a. sehr viel seltener chronische Kolonisations-Verläufe zeigten. Der bei CF am häufigsten untersuchte A. f. wurde bei 53,9 % mindestens einmal mikrobiologisch nachgewiesen und nur 9,4 % der Patienten waren chronisch mit diesem kolonisiert. Weitere Aspergillus Spezies manifestierten sich nur bei ca. 15 % aller eingeschlossenen Patienten. Die Erstmanifestation von C. a. lag bei einem Durchschnittsalter von 2,12 Jahren und von C. n-a. bei 2,71 Jahren. Dagegen trat A. f. durchschnittlich erst mit einem Alter von 13,07 und A. n-f. mit 16,13 Jahren auf. Zusammenfassend korrelierten die Kolonisationsstatus von C. a. und A. f. jeweils positiv miteinander, mit dem Alter und einer inhalativen Antibiotikatherapie sowie mit P. a. Beide Pilze korrelierten negativ mit H. i. Der Kolonisationsstatus von A. f. zeigte außerdem jeweils einen positiven Zusammenhang zum Vorkommen von S. m. und CFRD. Bezüglich der Lungenfunktion, die als wichtigster prädiktiver Marker für die Lebenserwartung der CF-Patienten gilt, konnten bei höherem Kolonisationsstatus von C. a., A. f. und A. n-f. signifikant schlechtere spirometrisch ermittelte FEV1%- und MEF25%-Werte nachgewiesen werden. 47 Die Gesamtmittelwerte der FEV1 und der MEF25 aller CF-Patienten lagen bei 89 % und 57 % im Bezug zur Norm der Gesamtbevölkerung. Der gemittelte BMI aller Patienten lag in der 35. Perzentile und rund 14 % der Erkrankten waren untergewichtig. Ein Zusammenhang zwischen der Pilzkolonisation und einem niedrigerem Körpergewicht konnte nur für Aspergillus, nicht aber für Candida gezeigt werden. Zu diesem Zeitpunkt bleibt unbeantwortet, ob die fungale Kolonisation als Ursache der Lungenfunktionsverschlechterung angesehen werden kann oder ob die Pilze aufgrund der chronischen pulmonalen Entzündung vermehrt im Sputum- oder Pharyngealsekret nachgewiesen wurden. Hierzu wäre ein longitudinales Studiendesign wünschenswert, welches den Zusammenhang zwischen Pilzkolonisation und standardisierten Lungenfunktionsparametern unter Ausschluss von Störvariablen im zeitlichen Verlauf zeigen würde. Um die Vergleichbarkeit der Kolonisationen insgesamt zu verbessern und objektivierbarere Aussagen über die Pathogenität der Pilze erreichen zu können, sollten global standardisierte Nachweismethoden für die einzelnen fungalen Spezies etabliert werden. Zusammenfassend unterstreicht diese Studie die zunehmende Wichtigkeit fungaler Kolonisation bei Patienten mit Mukoviszidose.

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