Effekte kathodaler transkranieller Gleichstromstimulation (1 mA) auf das Erkennen von Emotionen

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/78346
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-783461
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-19744
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2017
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Zahnmedizin
Gutachter: Plewnia, Christian (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2017-10-05
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Schlagworte: Gehirn , Gefühl , Stimulation , Händigkeit
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Das Erkennen und richtige Einordnen der Emotionen anderer stellt eine wichtige Grundlage des Zusammenlebens der Menschen dar. Bei Gesunden kommt es während der Emotionserkennung zu einer Aktivierung im Bereich des Broca-Zentrums, welches Strukturen des Spiegelneuronensystems (MNS) enthält. Dahingegen liegt bei Personen mit Beeinträchtigung sozialer und emotionaler Fähigkeiten, wie es bei Autismus und Schizophrenie der Fall ist, eine lokale Volumenreduktion und geringere Aktivierung bei Emotionserkennung in diesem Bereich vor. Die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) stellt ein nichtinvasives Gehirnstimulationsverfahren dar, mit deren Hilfe die kortikale Erregbarkeit verändert werden kann. Ziel dieser Studie war es, neue Erkenntnisse über den Einfluss der tDCS auf die Emotionserkennung bei Gesunden zu erlangen, um nachfolgend möglicherweise neue Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Einschränkung dieser Fähigkeiten zu eröffnen. In einem doppelt verblindeten Cross-over Design wurde an 24 gesunden rechtshändigen Probanden getestet, welchen Einfluss kathodale tDCS (1 mA, 20 min) des linken Gyrus frontalis inferior (IFC) auf das Erkennen von Emotionen anhand des „Reading the Mind in the Eyes“-Tests (RME) hat. Die kathodale tDCS führte zu keinem signifikanten Effekt auf die Emotionserkennung. Weder die Fehlerzahl noch die Reaktionszeit wurden durch die tDCS signifikant beeinflusst. Eine explorative Untersuchung der erhobenen Daten ergab, dass die Probanden in Abhängigkeit ihres individuellen Händigkeitsquotienten (HQ) unterschiedlich gut beim RME-Test abschnitten. Probanden mit schwächer ausgeprägter Rechtshändigkeit erzielten im RME-Test eine niedrigere Fehlerzahl als Probanden mit stark ausgeprägter Rechtshändigkeit. Die durch tDCS erzielten Effekte scheinen nicht nur von den eingesetzten Stimulationsparametern abhängig zu sein, sondern auch von bestimmten Eigenschaften des jeweiligen Individuums. Zur Ergründung der genauen Zusammenhänge bedarf es weiterer Erforschung dieses nichtinvasiven Gehirnstimulationsverfahrens, sodass dessen Therapiespektrum präzisiert und erweitert werden kann.

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