Psychophysiological Effects of Applied Relaxation in Generalized Anxiety Disorder

DSpace Repositorium (Manakin basiert)


Dateien:

Zitierfähiger Link (URI): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-26841
http://hdl.handle.net/10900/48997
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2006
Sprache: Englisch
Fakultät: 7 Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Fachbereich: Psychologie
Gutachter: Hautzinger, Martin
Tag der mündl. Prüfung: 2006-12-20
DDC-Klassifikation: 150 - Psychologie
Schlagworte: Physiologische Psychologie , Progressive Relaxation , Generalisierte Angststörung , Elektromyographie , Vegetatives Nervensystem
Freie Schlagwörter:
psychophysiology , progressive muscle relaxation , generalized anxiety disorder , EMG , autonomic nervous system
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
Gedruckte Kopie bestellen: Print-on-Demand
Zur Langanzeige

Inhaltszusammenfassung:

Verschiedene Studien dokumentieren erhöhte Muskelspannung bei Patienten mit der Diagnose Generalisierte Angststörung (GAS) und die Wirksamkeit der Progressiven Muskelentspannung (PME) bei GAS ist vergleichbar mit der der kognitiven Verhaltenstherapie. Annahmen der PME sind, dass GAS Patienten nicht die Fähigkeit besitzen, sich entspannen zu können, und diese in der Therapie erlernen. In der vorliegenden Studie wurden diese Thesen untersucht. Wir randomisierten 49 GAS Patienten zu 12 wöchentlichen Stunden ambulanter Einzeltherapie (Angewandte Entspannung, AE, Öst, 1987) oder zu einer unbehandelten Kontrollgruppe. Wir testeten die Teilnehmer vor, während, und nach der Therapie mit einem Entspannungstest, bei dem die Teilnehmer instruiert wurden, in zufälliger Reihenfolge für 5 min (a) ruhig zu sitzen (RS) und (b) ruhig zu sitzen und sich zu entspannen (E). Vor jeder Bedingung wurden die Teilnehmer aufgefordert, einen 2 min langen Vortrag zu halten. Während des Entspannungstests vor Beginn der Therapie beschrieben sich die GAS Patienten als ängstlicher und sorgenvoller als eine nicht-ängstliche Kontrollgruppe (n = 21) und wiesen eine erhöhte Herzfrequenz und einen reduzierten end-expiratorischen CO2 Partialdruck auf. Die Gruppen unterschieden sich nicht in elektrischer Muskelaktivität, die in multiplen Kanälen gemessen wurde. Es zeigten sich keine Unterschiede zwischen RS und E in den meisten psychometrischen und physiologischen Kennwerten. Dies belegt, dass die Intention sich zu entspannen, Entspannung nicht schneller herbeiführt. AE führte zu einer bedeutsamen Verbesserung gegenüber der unbehandelten Kontrollgruppe (Cohen’s d = 0.24 - 1.13) und die Symptome von 53% der AE Patienten galten als klinisch relevant verbessert in der Completer Analyse. Allerdings brachen 28% der AE Patienten die Therapie ab und die erzielten Verbesserungen erwiesen sich in der Katamnese 6 Wochen nach Behandlungsende als nicht stabil. In der Nachuntersuchung galten die Verbesserungen von 29% in der Completer Analyse und 24% in der Intention-to-treat Analyse als klinisch relevant. Vor Beginn der Therapie waren Angstzustände innerhalb der GAS Patientengruppe nicht mit skelettmuskulärer Aktivität oder Kennwerten des autonomen Nervensystems assoziiert. Zudem fanden wir in den psychophysiologischen Daten des Relaxationstests nur wenige Indizien dafür, dass AE Patienten lernten sich zu entspannen, oder dass die Angstreduktion mit einer Reduktion der Aktivierung korrespondierte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die GAS nicht notwendigerweise durch chronisch erhöhte Muskelanspannung gekennzeichnet ist. Die Wirksamkeit der AE bei GAS kann höchstens als moderat beschrieben werden und hat keinen Einfluss auf die Skelettmuskulatur oder das autonome Nervensystem. Da es effektive kognitiv-behaviorale und pharmakologische Behandlungsalternativen gibt, sollte reevaluiert werden, ob AE für Patienten, die anhand von DSM-IV mit GAS diagnostiziert wurden, geeignet ist, besonders, da die gegenwärtigen Kriterien Symptome der Hyperaktivation weniger beachten und unkontrollierbare Sorgen stärker in den Vordergrund stellen als vorherige Auflagen.

Abstract:

Several authors have reported greater muscle tension in Generalized Anxiety Disorder (GAD) patients than in non-anxious controls, and muscle relaxation therapy (MRT) is as clinically effective in the treatment of GAD as Cognitive-Behavior Therapy. MRT assumes that GAD patients lack the ability to relax, but can learn this in therapy. We tested these assumptions by recruiting 49 GAD patients and randomizing them to individualized 12-week Applied Relaxation (AR) treatment (Öst, 1987) or to a waiting list control (WLC) condition. Before, during, and after treatment participants underwent a Relaxation Test, in which for 5 min, in randomized order, they (a) just sat quietly (QS) and (b) sat quietly and tried to relax (R). The tests were preceded by a 2 min speaking period. Before treatment, GAD patients were more anxious and worried during the laboratory assessment than non-anxious controls (n = 21), had higher heart rates and lower end-tidal pCO2, but did not differ in multi-channel electromyographic recordings. QS and R did not differ in most psychological and physiological measures: Thus, before training the intention to relax did not speed relaxation. AR patients showed greater improvement than the WLC group at the end of treatment (Cohen’s d = 0.24 - 1.13), and 53% of AR patients were considered significantly improved after treatment in the completer analysis. However, dropout rate was 28% for AR during treatment, and participants’ improvement wore off at 6-week follow-up, leaving only 29% and 24% clinically improved in the completer and intention-to-treat analyses, respectively. Before treatment, anxiety was not associated with electromyographic or autonomic measures within the GAD group, and there was little evidence in the psychometric and physiological data of the Relaxation Test suggesting that AR patients learned to relax in therapy or that a reduction in anxiety and worry was associated with a decrease in activation. We conclude that GAD is not necessarily characterized by chronic muscle tension. AR is at most moderately effective in reducing anxiety and worry in GAD patients but does not affect muscle tension or autonomic functioning. Since effective cognitive-behavioral and pharmacological treatments are available, MRT may not be the best option for patients meeting DSM-IV GAD criteria, which have evolved to deemphasize hyperarousal symptoms and to emphasize intrusive worry.

Das Dokument erscheint in: