Logo Logo
Hilfe
Kontakt
Switch language to English
Untersuchung zur Lebensqualität bei Patienten mit Akuter Myeloischer Leukämie und Myelodysplastischem Syndrom
Untersuchung zur Lebensqualität bei Patienten mit Akuter Myeloischer Leukämie und Myelodysplastischem Syndrom
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebensqualität von 49 Patienten mit Akuter Myeloischer Leukämie (AML) und Myelodysplastischem Syndrom (MDS), die im Rahmen der AMLCG99-Therapiestudie an der Medizinischen Klinik III am Universitätsklinikum München, Standort Großhadern, behandelt wurden. Als Instrument zur Erfassung der Lebensqualität diente der QLQ-C30-Fragebogen der EORTC. Ziel der Arbeit war die Untersuchung der zeitlichen Veränderungen der Lebensqualität der Patienten, der Vergleich mit der deutschen Normalbevölkerung und die Beschreibung von Einflussfaktoren auf die Lebensqualität. Zu Beginn der Therapie war die Lebensqualität der Patienten in fast allen Skalen deutlich schlechter als die der Normalbevölkerung. Im weiteren Therapieverlauf kam es jedoch zu einer Verbesserung der Lebensqualität in den meisten Skalen. Dennoch zeigten die Patienten ein Jahr nach abgeschlossener stationärer Therapiephase in vielen Skalen statistisch signifikant schlechtere Werte und klinisch noch mäßig bis sehr große Unterschiede zur Normalbevölkerung. Einzig der allgemeine Gesundheitsstatus, die physische Funktion sowie wenige Symptomskalen unterschieden sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr von der Normalbevölkerung. In der Subgruppenanalyse zeigte sich, dass ein Jahr nach Beendigung der stationären Therapiephase ältere Patienten Lebensqualitätswerte erreichten, die sich von der Normalbevölkerung entweder nicht mehr unterschieden oder sogar besser waren. Auch nicht allogen transplantierte Patienten zeigten in beinahe allen Skalen Werte, die sich nicht mehr von der Normalbevölkerung unterschieden. Jüngere und allogen transplantierte Patienten wiesen hingegen eine teilweise deutlich eingeschränkte Lebensqualität im Vergleich zur Normalbevölkerung auf. Die im Rahmen der AMLCG99-Studie untersuchte Therapieintensivierung in der Induktionstherapie hatte keinen Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten. Die Skala allgemeiner Gesundheitsstatus im QLQ-C30-Fragebogen misst vor allem körperliche Aspekte der Lebensqualität, da sie am besten mit der physischen Funktion und physischer Fatigue korreliert.
AML, MDS, Lebensqualität, EORTC QLQ-C30, Normative Daten
Kühnbach, Robert
2008
Deutsch
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Kühnbach, Robert (2008): Untersuchung zur Lebensqualität bei Patienten mit Akuter Myeloischer Leukämie und Myelodysplastischem Syndrom. Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät
[thumbnail of Kuehnbach_Robert.pdf]
Vorschau
PDF
Kuehnbach_Robert.pdf

2MB

Abstract

Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebensqualität von 49 Patienten mit Akuter Myeloischer Leukämie (AML) und Myelodysplastischem Syndrom (MDS), die im Rahmen der AMLCG99-Therapiestudie an der Medizinischen Klinik III am Universitätsklinikum München, Standort Großhadern, behandelt wurden. Als Instrument zur Erfassung der Lebensqualität diente der QLQ-C30-Fragebogen der EORTC. Ziel der Arbeit war die Untersuchung der zeitlichen Veränderungen der Lebensqualität der Patienten, der Vergleich mit der deutschen Normalbevölkerung und die Beschreibung von Einflussfaktoren auf die Lebensqualität. Zu Beginn der Therapie war die Lebensqualität der Patienten in fast allen Skalen deutlich schlechter als die der Normalbevölkerung. Im weiteren Therapieverlauf kam es jedoch zu einer Verbesserung der Lebensqualität in den meisten Skalen. Dennoch zeigten die Patienten ein Jahr nach abgeschlossener stationärer Therapiephase in vielen Skalen statistisch signifikant schlechtere Werte und klinisch noch mäßig bis sehr große Unterschiede zur Normalbevölkerung. Einzig der allgemeine Gesundheitsstatus, die physische Funktion sowie wenige Symptomskalen unterschieden sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr von der Normalbevölkerung. In der Subgruppenanalyse zeigte sich, dass ein Jahr nach Beendigung der stationären Therapiephase ältere Patienten Lebensqualitätswerte erreichten, die sich von der Normalbevölkerung entweder nicht mehr unterschieden oder sogar besser waren. Auch nicht allogen transplantierte Patienten zeigten in beinahe allen Skalen Werte, die sich nicht mehr von der Normalbevölkerung unterschieden. Jüngere und allogen transplantierte Patienten wiesen hingegen eine teilweise deutlich eingeschränkte Lebensqualität im Vergleich zur Normalbevölkerung auf. Die im Rahmen der AMLCG99-Studie untersuchte Therapieintensivierung in der Induktionstherapie hatte keinen Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten. Die Skala allgemeiner Gesundheitsstatus im QLQ-C30-Fragebogen misst vor allem körperliche Aspekte der Lebensqualität, da sie am besten mit der physischen Funktion und physischer Fatigue korreliert.