Branchenspezifische Besonderheiten im Innovationsverhalten des Ernährungsgewerbes : eine empirische Analyse des Mannheimer Innovationspanels

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2003

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In den vergangenen Jahren wurden eine Reihe von Studien zur Innovationsaktivität im Ernährungsgewerbe erarbeitet (GALIZZI/VENTURINI 1996; MCNAMARA/WEISS/WITTKOPP 2003; RÖDER/HERRMANN/CONNOR 2000; TRAILL/MEULENBERG 2002). Dabei stellte die Mehrzahl der empirischen Arbeiten den Innovationsoutput in den Vordergrund. Analysen, welche die branchenspezifischen Unterschiede des Ernährungsgewerbes innerhalb des Verarbeitenden Sektors im Querschnitt aufzeigen, sind hingegen kaum vorhanden. Ziel dieser Arbeit ist daher eine vergleichende Analyse des Innovationsverhaltens der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes anhand eines Querschnittsdatensatzes des Mannheimer Innovationspanels aus dem Jahr 1999. Dabei werden die Besonderheiten des Ernährungsgewerbes im intersektoralen Vergleich mit Hilfe zweier bedeutender Inputfaktoren für das Innovationsverhalten in den Vordergrund gestellt: der Forschungs- und Entwicklungsintensität und der Innovationsintensität. Eine Literaturanalyse zeigt zunächst, dass das Ernährungsgewerbe mit einer relativ kurzen Entwicklungszeit für Neuprodukte von durchschnittlich 8,5 Monaten im Vergleich zu anderen Branchen überwiegend Produktmodifikationen (line extensions) und Produktverbesserungen hervorbringt. Ein großer Teil der eingeführten Innovationen wird zudem umgehend durch Wettbewerber imitiert. Ebenfalls weist das Ernährungsgewerbe im Branchenvergleich sehr niedrige Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) als Anteil an den Innovationsaufwendungen auf. Der Import an Forschung aus technologieintensiveren Branchen ist hingegen sehr hoch. Intersektoral weist das Ernährungsgewer-be überdurchschnittliche Marketingaktivitäten bei der Einführung neuer Produkte auf.Die Analyse der Inputindikatoren für das Innovationsverhalten zeigt, dass das Ernährungsgewerbe die geringsten F&E-Aktivitäten und auch eine nur mittlere F&E-Intensität im Vergleich der Branchen des Verarbeitenden Gewerbes aufweist. Auch die gesamte Innovationsin-tensität fällt unterdurchschnittlich aus. Auffallend ist, dass 61% der Innovationsaufwendungen im Ernährungsgewerbe investiver Natur sind. Vergleichende Regressionsanalysen mit den Inputindikatoren der Innovations- und der F&E-Intensität zeigen zahlreiche signifikante Determinanten des Innovationsverhaltens des Ernährungsgewerbes. Ein Abweichen des Ernährungsgewerbes hinsichtlich der F&E-Intensität kann zudem mit einem signifikant negativen Vorzeichen der Dummyvariablen des Ernährungsgewerbes belegt werden. Hinsichtlich der Innovationsintensität weicht das Ernährungsgewerbe nicht von anderen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes ab.


Although several empirical studies on the innovative activitiy of the food industry were conducted in the past (GALIZZI/VENTURINI 1996; MCNAMARA/WEISS/WITTKOPP 2003; RÖDER/HERRMANN/CONNOR 2000; TRAILL/MEULENBERG 2002) only a few of them focused on the sectoral differences of the food industry among the manufacturing sector. Moreover, most analyses only refered the output of innovations. The objective of this article is therefore to conduct an analysis of the innovation behaviour of German food companies based on two major input indicators of innovation, the research and development (R&D) intensity and the innovation intensity within the manufacturing sectors. In this context, differences between the food industry and other branches of the manufacturing industry are elaborated. In comparison to other branches, the food industry has lower R&D expenditures as a share of innovation expenditures. Mainly an import of research from more technology-intensive sectors takes place. The development time for those new products is in comparison to other branches rela-tively short, on average 8.5 months. A major part of released innovations are imitated rapidly by competing firms.Against this background the empirical part of this paper shows a crosssection analysis of Input Indicators from the ZEW (Centre for European Economic Research) for 1999. The analysis of firms input-related behaviour shows that the food industry is characterized by the lowest R&D activities. In addition, the average R&D intensity of this industry is far below the level of the manufacturing industry. The overall innovation intensity is also sub-average. A remarkable finding is that 61% of the innovation expenditures are of an investive nature. Furthermore, the food industry has the lowest R&D and the highest capital-spending proportion of the expenditures. The regression analyses for the input indicators - the innovation and the R&D intensities shows several significant determinants of the food industrys innovative behavior. In addition, the food industry´s R&D intensity significantly deviates from other manu-facturing sectors whereas no significant difference to the other branches could be found with regard to the innovation intensity.

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Agrarökonomische Diskussionsbeiträge; 72

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