Befragung zu Sicherheit und Kriminalität in Niedersachsen 2017. Bericht zu Kernbefunden der Studie

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/83861
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-838616
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-25251
Dokumentart: Verschiedenartige Texte
Erscheinungsdatum: 2017-11
Sprache: Deutsch
Fakultät: Kriminologisches Repository
Fachbereich: Kriminologie
DDC-Klassifikation: 360 - Soziale Probleme, Sozialdienste, Versicherungen
Schlagworte: Kriminalitätsfurcht , Polizei , Niedersachsen
Freie Schlagwörter: Kriminalitätsbelastung
Dunkelfeld
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Inhaltszusammenfassung:

Das Ausmaß und die Entwicklung der Kriminalität in Niedersachsen werden wesentlich durch die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) abgebildet. Die PKS wird seit Jahrzehnten bundesweit nach einheitlichen Standards geführt und ist unverzichtbar. Sie enthält jedoch nur Angaben über die Straftaten, die durch Anzeigen der Bürgerinnen und Bürger oder durch die eigene Wahrnehmung der Polizei bekannt wurden. Die PKS bildet damit das Hellfeld der Kriminalität ab. Daneben existiert ein Dunkelfeld der Kriminalität, also Straftaten, von denen die Polizei keine Kenntnis erlangt. Seit der ersten Befragung zu Sicherheit und Kriminalität im Jahr 2013 werden die Erkenntnisse der PKS um Daten aus dem Dunkelfeld ergänzt. Diese Dunkelfeldstudien werden in regelmäßigen Abständen (periodisch) wiederholt, sodass die hier präsentierte Befragung bereits die dritte ist. Hierin werden in der PKS nicht enthaltene, für die Beurteilung der Sicherheitslage relevante Aspekte erfragt, die bis dahin lediglich bruchstückhaft und / oder regional stärker begrenzt in strategische Planungen einbezogen werden konnten. Außerhalb Deutschlands haben solche periodischen Untersuchungen von Kriminalität auf Landesebene eine lange Tradition. In den USA gibt es seit 1973 den National Crime Victimization Survey, in Großbritannien seit 1982 den British Crime Survey und in Schweden seit 2006 den Crime Survey. Mit der niedersächsischen Befragung zu Sicherheit und Kriminalität aus diesem Jahr können Zeitreihen mit nunmehr drei Messzeitpunkten abgebildet werden und somit Veränderungen in den beschriebenen Aspekten zur Sicherheitslage analysiert werden. Mit der PKS allein ist solch eine Erfassung nicht möglich. Im Rahmen der dritten Befragung zu Sicherheit und Kriminalität wurde erneut eine repräsentative Stichprobe von 40.000 Personen ab 16 Jahren, die in Niedersachsen ihren Hauptwohnsitz haben, aus den Einwohnermelderegistern gezogen, angeschrieben und gebeten, anonym Fragen zu ihren Erfahrungen mit Kriminalität (Opferwerdung) zu beantworten. Außerdem wurde wieder nach ihrer Furcht vor Kriminalität, ihrem Verhalten zum Schutz vor Straftaten, ihrer Wahrnehmung der Polizei und einigen personenbezogenen Daten wie Alter und Geschlecht gefragt. Darüber hinaus wurden in diesem Jahr erstmals im Rahmen des variablen Zusatzmoduls im Fragebogen Opfererfahrungen durch vorurteilsmotivierte Kriminalität (sogenannte Hasskriminalität, oft auch als Hate Crime bezeichnet) detailliert abgefragt, was in der Tiefe in einer Sonderauswertung berichtet werden wird. Der Fragebogen umfasste 20 Seiten mit 58 Fragen und ist so gestaltet, dass, abgesehen von wenigen Ausnahmen, Vergleiche zu den ersten beiden Erhebungen aus den Jahren 2013 und 2015 möglich sind, um Entwicklungstendenzen aufzeigen zu können. Von den 40.000 angeschriebenen Personen nahmen 18.070 Personen (18209 gewichtet in Auswertungen) an der Befragung teil. Dies ergibt eine gute Teilnahmequote von 45,18 % (45,52% gewichtet in Auswertungen). Die Bereitschaft der Bevölkerung, über das Beantworten der Fragen die polizeilichen Planungsgrundlagen zu verbessern, ist damit weiterhin hoch. Die Befragten waren im Durchschnitt 50 Jahre alt, wobei die Altersspanne zwischen 16 und 101 Jahren liegt. Frauen beantworteten den Fragebogen etwas häufiger als Männer (52 % vs. 47%). Wie schon in der vorhergehenden Befragung sind Personen mit einem Alter von unter 50 und über 79 Jahren unter den Befragten leicht unterrepräsentiert. Personen im Alter von 50 bis 79 nahmen dementsprechend erneut häufiger an der Befragung teil. Die jeweiligen Wohnorte – untergliedert in die Polizeidirektionen Niedersachsens – sind alle gut vertreten. Die meisten der 18.070 Teilnehmer beantworteten die Fragen zu ihrer Person, wenige machten diesbezüglich keine Angaben.

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